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Interview

„Ich kann nicht zaubern, aber helfen“

Geistheiler, Gurus und andere Gestalten. Wo Schulmedizin und -psychologie enden, gibt es viele, die mit vollmundigen Versprechungen und fragwürdigen Methoden von sich reden machen. Davon möchte sich Ellen Hundewadt bewusst distanzieren – und spricht über Möglichkeiten und Grenzen ihrer Methoden.

Ellen Hundewadt, einmal ganz platt gefragt: „Praxis für bewusstes Leben“ – was machen Sie da?
Haben Sie ein bisschen Zeit mitgebracht?

Ist es denn so kompliziert?
Ja und nein. Alle Methoden, die ich anwende, sind erklärbar – und für sich betrachtet relativ simpel. Aber wie der Mensch selbst, sind auch die Methoden als Ganzes zu betrachten. Jeder Klient ist anders und hat andere Probleme. Entsprechend ist immer eine andere Form oder auch die Kombination von Behandlungen angezeigt. So betrachtet wird es eben doch ein bisschen komplexer.

Können Sie alles und jeden heilen?
Nein, ich bin keine Wunderheilerin. Es geht hier nicht um Hokuspokus und leere Versprechungen.

Sondern?
Ich helfe Menschen unter anderem dabei, bewusster zu leben. Durch die Methoden in meinem Angebot, hinterfragen sie sich und können besser zu sich selbst finden. Meine Klienten sind entspanntere und energiegeladenere Menschen. Das kann die Heilung physischer Krankheiten positiv beeinflussen. Aber wegzaubern kann ich sie nicht.

Handauflegen klingt für manche aber schon nach Hokuspokus.
Das ist mir bewusst. Aber erstens ist der Begriff Handauflegen nicht ganz zutreffend. Man spricht von Energietherapie. Die Urform Reiki ist über 100 Jahre alt. Mittlerweile gibt es zahlreiche Varianten. Ich biete bioenergetische Funktionsdiagnostik an, das ist eine besonders ausdifferenzierte und wissenschaftliche Form.

Und zweitens?
Rührt der zum Teil fragliche Ruf dieser Therapieform vor allem daher, dass manche nicht seriös mit ihr umgehen und ihren Klienten das Blaue vom Himmel versprechen.

Was versprechen Sie den Menschen, die zu Ihnen kommen?
Von Versprechen halte ich nicht viel. Aber ich kann zum Glück aus Erfahrung sagen, dass die Methoden, die ich anbiete, helfen.

Mit welchen Ansprüchen kommen die Menschen denn zu ihnen?
Das ist sehr unterschiedlich. Manche haben ernsthafte Probleme, physischer, psychischer oder emotionaler Natur. Andere haben kleinere Beschwerden und Wehwehchen. Wieder andere kommen einfach, um sich etwas Gutes zu tun.

Das klingt fast nach Wellness. Geht es bei Ihnen nicht um Spiritualität?
Für manche Klienten ist dieser Aspekt wichtig, aber nicht für alle. Ein Klient kommt zum Beispiel regelmäßig zur Klangschalenmassage. Ihm ist völlig egal, was da genau passiert – er genießt es einfach. Und ich würde gerne noch etwas zu dem Thema sagen.

Nur zu.
Der eine betet eben zu Gott, den anderen erfüllt es, ein Blumenfeld zu betrachten. Wichtig ist mir, dass die Menschen, die zu mir kommen, zu ihrer Mitte finden und ihr Leben bewusster leben – und genießen.